Interview mit Ben Eller – „Waldentdecker Mittelhessen“

Interview mit Ben Eller – „Waldentdecker Mittelhessen“

10. Juli 2026 0 Von Silke Albrecht

Der Wald ist ein wunderbarer Lebensraum, der uns unter anderem Entspannung und Erholung bieten kann. Daher habe ich heute für Euch ein schriftliches Interview, das ich mit dem Waldentdecker Ben Eller machen durfte. Er bietet Führungen an, um Wald auf eine besondere Art und Weise zu erleben. Hier sind meine Fragen (kursiv) und seine Antworten (braune Schrift):

Sehr geehrter Herr Eller,

Sie sind ausgebildeter Waldführer und haben sich kürzlich als
„Waldentdecker“ selbständig gemacht. Hierzu möchte ich Ihnen gerne
folgende Fragen stellen:

1. Würden Sie sich und Ihre Tätigkeit als Waldführer bitte zunächst
kurz vorstellen?

Ich bin Ben Eller,
1983 in Weilburg an der Lahn geboren und darf den schönen Westerwald meine Heimat nennen. 2013 hat es mich beruflich nach Gießen verschlagen und seit dem lebe ich hier zusammen mit meiner Partnerin und unserer Hündin Nala.

2023 habe ich den „Waldentdecker Mittelhessen“ ins Leben gerufen und habe seitdem viele verschieden Angebote durchgeführt. Begonnen hat alles mit Waldführungen in Lahnau, mit dem Schwerpunkt den Erlebnisraum Wald mit allen Sinnen erleben zu können. Mein Portfolio hat sich dann zunehmend erweitert, sodass ich nun Projekttage für Schulklassen, Teamevents, Geburtstage in der Natur und verschiedene Angebote rund um den Wald anbiete.

2. Wann hatten Sie zum ersten Mal die Idee, Waldführer zu werden? Was
hat Sie dazu inspiriert?

Durch einen Schicksalsschlag 2020 habe ich gemerkt das ich eine Veränderung in meinem Leben brauche. Zeit in der Natur zu verbringen hat mir dabei sehr geholfen. Immer wenn ich draußen unterwegs bin, merke ich wie gut es mir tut und habe daher 2021 beschlossen mich noch einmal spezieller weiter zu bilden. Bei einem Outdoor-Survival-Wochenende habe ich dann zum ersten mal von dem Buch „Das geheime Leben der Bäume“ von Peter Wohlleben erfahren. Nach dem Lesen des Buches und weiteren Recherchen wurde ich auf die Waldakademie aufmerksam. Ich habe schnell gemerkt, dass ich die Ausbildung zum Waldführer absolvieren möchte und mich dort angemeldet. Im Dezember 2022 habe ich die Ausbildung beendet und wusste sofort, dass ich gerne mehr Menschen wieder nach draußen in den Wald bringen und diese Leidenschaft teilen möchte.

3. Was fasziniert Sie am und im Wald am meisten?

Ich bin immer wieder fasziniert mit wieviel Ruhe und Schönheit uns der Wald begegnet. Die Veränderungen der Jahreszeiten ist immer wieder ein tolles Naturschauspiel und draußen zu sein gibt mir einfach sehr viel. Wie uns der Wald immer begleitet, über Jahrtausende hinweg, und dennoch immer so einen friedlichen Platz zum durchatmen bietet ist immer wieder ein toller Moment. Kein Baum, kein Tag und kein Moment ist gleich. Die ständige Veränderung durch Tiere, Baktieren, Witterungsbedingen usw. ist faszienierend. Hoffentlich bleibt uns dies noch alles lange erhalten, da wir den Wald brauchen und achtsamer damit umgehen sollten.  

4. Welche Zielgruppe hat das Projekt „Waldentdecker“? Ist zum Beispiel
eine Tour mit dem „Waldentdecker“ für Kinder oder psychisch kranke
Menschen geeignet bzw vielleicht besonders sinnvoll und warum?

Eine feste Zielgruppe gibt es nicht. Für jedes Alter gibt es im Wald Neues zu entdecken und zu erleben. Daher biete ich unterschiedlichste Angebote für jegliches Alter und Zielgruppe an. Natürlich ist es auch möglich mit Menschen mit psychischer Beeinträchtigung dieses Thema aufzugreifen. Die heilende Wirkung der Natur ist bestätigt und auf jeden Fall sinnvoll. Ich habe vor kurzem auch eine Tagesfortbildung zum Thema „Waldbaden mit psychischen Erkrankungen“ gemacht. Ich würde dies gerne perspektivisch aufgreifen und habe auch bereits Kontakt zu einer Klinik aufgenommen. Leider aber bisher noch ohne Resonanz. Es wäre aber schön wenn sich hier in Zukunft etwas ergeben könnte.

5. Was ist das Wesentliche, das Sie den TeilnehmerInnen vermitteln wollen?

Ich finde es einfach schön Menschen wieder mehr in die Natur zu bringen und diesen wunderbaren Schatz, unseren Wald, erlebbar zu machen. Bei den Events versuche ich zu vermitteln, dass wir achtsam mit dem Wald und der Natur umgehen sollten aber auch dass es wichtig ist den Wald zu erleben, mit allen Sinnen. Keine Angst zu haben vor Tieren, vor dem Boden, den Bäumen und vielleicht auch einfach mal die Ruhe dort vor Ort genießen.

6. Was ist aus Ihrer Sicht das Wichtigste, was wir alle tun können, um
den Wald zu schützen?

Die kleinste Schraube an der wir jetzt erstmal drehen können ist kein Dreck im Wald zu hinterlassen. Also gerne auch mal den Müll, der auf dem Boden liegt, einfach mit einpacken oder immer ein Müllbeutel dabei haben, damit dort schon mal der Wald und die Tiere geschützt werden. Es ist wichtig uns klar zu machen dass wir den Wald brauchen aber der Wald uns nicht. Er kann sich selbst regenerieren wenn wir ihn einfach ein bisschen mehr in Ruhe lassen.

Vielen Dank, dass Sie sich die Zeit für dieses Interview genommen haben!

Ihr findet den „Waldentdecker“ Ben Eller unter folgenden Kontakten:

Homepage: www.waldentdecker-mittelhessen.de
Instagram : waldentdecker_mittelhessen
Facebook: waldentdecker_mittelhessen