„Geht´s Dir gut oder hast Du Kinder in der Schule?“ von Anke Willers

„Geht´s Dir gut oder hast Du Kinder in der Schule?“ von Anke Willers

4. März 2020 0 Von Silke Albrecht

Inhalt:

Vom Ernst des Lebens, der keinen Spaß versteht

Wer heute sein Kind einschult, wird als Mutter gleich miteingeschult. Weil Lehrer im Unterricht vieles nur anreißen und dann die Eltern in die Pflicht nehmen. So wird der Schulerfolg eines Kindes auch zum Erfolg der Eltern: Stimmen die Noten, haben sie alles richtig gemacht. Wenn nicht, kommen die Selbstzweifel. Und die Angst: Wird das Kind später mithalten können?

Auch Anke Willers, berufstätige Mutter von zwei Mädchen, ging es so. Anschaulich erzählt sie von der Schulzeit ihrer Töchter und wie sie seit Jahren als Hilfslehrerin überlebt. Im Austausch mit renommierten Experten beschreibt sie, warum Schule heute so kompliziert ist, wie man sich ein Stück Gelassenheit zurückholt und bei all dem nicht den Humor verliert.

Rezension:

Anke Willers beschreibt in Ihrem Buch “Geht’s Dir gut oder hast du Kinder in der Schule” die Probleme der Eltern mit der Schullaufbahn ihrer Kinder – wie der Titel schon vermuten lässt. Hierbei merkt man, wie intensiv sie die Schulzeit ihrer Kinder als “Hilfslehrerin” miterlebt und mitdurchlitten hat. Trotz aller Sorgen und Nöte macht sie nicht den Lehrern Vorwürfe, sondern dem Schulsystem, das dazu führt, dass zu Hause viel Schulstoff aufgearbeitet werden muss. Dadurch leidet oft die Beziehung zwischen Eltern und Kindern, was wiederum zu mehr Problemen in der Schule führt.

Neben Schulwechsel und Hausaufgaben kommen auch die Streitereien der Eltern über Schulangelegenheiten zur Sprache. Hierbei versucht sie immer wieder, gelassen zu bleiben, was ihr aber anscheinend während der Schulzeit ihrer Töchter selbst nicht immer gelungen ist. Die Probleme werden erkannt, aber nicht wirklich gelöst. Beim Lesen dachte ich oft: “Ja, so isses. Was tun wir nun dagegen?”

Schade, dass Anke Willers, die so viele Schwierigkeiten des deutschen Schulsystems wunderbar analysiert, keine Verbesserungsvorschläge macht.

HEYNE Verlag

ISBN 978-3-453-60511-4