„SHINRIN YOKU – Heilsames Waldbaden“ von Yoshifumi Miyazaki

„SHINRIN YOKU – Heilsames Waldbaden“ von Yoshifumi Miyazaki

25. Mai 2019 1 Von Silke Albrecht

Inhalt:

Den Wald als Ort der Heilung entdecken

Shinrin Yoku oder „Waldbaden“ wurde in den 1980er Jahren in Japan entwickelt. Beim achtsamen Spazieren im Wald nimmt der Körper die ätherischen Öle der Bäume auf. Dadurch wird der Stresslevel gesenkt, das Immunsystem gestärkt und selbst der Blutzuckerspiegel reguliert sich.

In diesem liebevoll gestalteten Buch vereint der weltweit führende Shinrin-Yoku-Experte Yoshifumi Miyazaki altes Wissen mit neuesten wissenschaftlichen Erkenntnissen aus der Umweltmedizin und Waldtherapieforschung. Sie lernen zahlreiche praktische Anwendungen kennen, die Ihnen dabei helfen den Wald mit allen fünf Sinnen zu erfahren. Ob Atemübungen im Grünen, achtsame Spaziergänge oder Chillen in der Hängematte zwischen den Bäumen – der Wald erdet uns und hat zahlreiche positive Effekte auf unseren Körper und unsere Psyche. Das Buch gibt zudem Tipps, wie Sie die Erkenntnisse der Waldtherapieforschung auch in der Stadt und in den eigenen vier Wänden nutzen können.


Rezension:

Es ist schön im Wald zu sein. Egal zu welcher Jahreszeit. Ob man sich im Frühling am erneuten Grün-werden erfreut, im Sommer Schutz vor der Hitze sucht, die bunten Blätter des Herbstes sammelt oder genießt, dass Sonnenstrahlen durch schneebedeckte Äste fallen, ich denke, der Wald bietet für jeden etwas.

Als ich aber das erste Mal etwas von “Waldbaden” hörte, dachte ich: “Na, da hat jemand aber eine gute Marketingidee für den Sonntagsspaziergang gehabt und verdient Geld damit.” Daher war ich überrascht, dass Shinrin Yoku, also das Waldbaden, mittlerweile eine fundierte wissenschaftliche Basis hat. Doch nicht nur die Experimente zur Auswirkung des Waldbadens auf Psyche und Körper werden in dem Buch von Yoshifumi Miyazaki genau beschrieben. Selbst Zimmerpflanzen, Parkanlagen, Gegenstände aus Holz oder isolierte Düfte der Bäume zeigen laut der vorgestellten Studien positive Wirkungen auf verschiedene Bevölkerungsgruppen.

Aufgelockert werden die Ausführungen durch Zitate und Bilder – vorwiegend natürlich von Bäumen. Allein schon diese Gestaltung hatte eine entspannende Wirkung auf mich.

Erwartet hatte ich von diesem Buch eigentlich, dass genau beschrieben wird, welche Atem- und Achtsamkeitsübungen zum größtmöglichen Nutzen des Waldaufenthaltes gemacht werden sollen. Doch es scheint nur von untergeordneter Bedeutung zu sein, wie man die Zeit im Wald verbringt, Es geht wirklich darum, den Wald als Ort der Heilung zu begreifen und mit allen Sinnen zu genießen. Dazu kann auch Komorebi beitragen. Hierunter versteht man “das Spiel von Licht und Schatten, wenn die Sonne durch die Blätter der Bäume fällt.” (S. 95)

Mir hat das Buch “Shinrin Yoku – Heilsames Waldbaden” gut gefallen und Lust darauf gemacht, wieder öfter in den Wald zu gehen. Warum für die heilsame Wirkung teure Kurse besucht werden sollten, ist mir allerdings nicht klar geworden, es sei denn, man sucht eine Gruppe, der man sich anschließen kann. Außerdem: So oft, wie es uns gut tun würde, nehmen wir uns nicht die Zeit, im Wald zu sein, oder?

Übersetzt von Ulrike Kretschmer

Originaltitel: Shinrin Yoku – The Japanese Way of Forest Bathing

Originalverlag: Octopus Publishing

Hardcover, Pappband, 192 Seiten, 14,9 x 21,0 cm

mit ca. 100 Farbfotos

ISBN: 978-3-424-15347-7