Unterwegs in Deutschland: mit Zügen

Unterwegs in Deutschland: mit Zügen

11. März 2026 1 Von Silke Albrecht

Vor einem Jahr war mein Plan noch, verschiedene Städte mit dem Deutschlandticket zu bereisen und zu erkunden. Obwohl ich wirklich gerne Bahn fahre, habe ich davon Abstand genommen. Trotz steigender Preise für das Deutschlandticket wird es immer schwieriger, überhaupt noch einigermaßen nach Plan ans Ziel zu gelangen. Baustellen, Zugausfälle, Verspätungen, Signalstörungen, verlangsamte Fahrt wegen schlechter Schienen etc erfordern viel Geduld bei Personal und Reisenden. Defekte Züge, bei denen sich Türen nicht öffnen lassen, Toiletten und Anzeigen nicht funktionieren, sind immer häufiger ein Grund wütend zu werden. Vor allem dann, wenn der Staat zeitgleich genug Geld hat, um neue Autobahnen zu bauen und die Flugsteuer zu senken, ist es besonders ärgerlich, dass für solche Reperaturen anscheinend der Wille fehlt.

Meistens bekommt man wenigstens einen Sitzplatz, aber auch das ist nicht sicher, selbst dann nicht, wenn wirklich auf allen Plätzen jemand sitzt und sie nicht durch Füße oder Taschen „besetzt“ werden. Leider werden viele Züge tatsächlich so gebaut, als hätten Reisende nie Gepäck mit – keine Ahnung, warum.

Ob es wohl genauso wäre, wenn jeder Reisende, der die Schuhe auf einen Sitzplatz legt, den Rest der Fahrt stehen müsste? Oder wenn unsere neue Bahnchefin mal wegen einer defekten Tür im Fahrradabteil mit einem Rad durch einen vollbesetzten Zug zum nächsten Ausgang gemusst hätte? Oder wenn Herr Merz schon mit einer vollen Blase in einem Zug mit verschlossenen Toiletten verreist wäre?

Also: Bei meiner von der Idee her liebsten Art zu reisen gibt es noch vieles zu verbessern.